Dienstag, 7. Juli 2015

[Hörbuch]Rezension zu "die lange Erde"

Übersetzer: Gerald Jung
Erscheinungsdatum:
Verlag: der Hörverlag
Laufzeit: Hörbuch – 769 Min
Reihe: erster Band
- zweiter Band: der lange Krieg
- dritter Band: der lange Mars
Preis: 19,99 
– Preis als Buch 9,99(TB)
ISBN978-3-8445-1183-3



Ein kleiner Plastikkasten, ein paar Drähte, ein Schalter, eine Kartoffel … Als Polizistin Monica Jansson im Jahr 2015 in den Ruinen eines Hauses auf diese Apparatur stößt, ahnt sie nicht, dass sie den Prototyp einer bahnbrechenden Erfindung in Händen hält. Der kleine Kasten ist ein Wechsler, mit dem es von nun an jedem möglich ist, mit einem kleinen Schritt in die „Lange Erde“ hinauszutreten: eine Abfolge von Parallelwelten, der unseren mehr oder weniger ähnlich und von Menschen unbewohnt. Schnell setzt auf der alten Erde ein Goldrausch ein. Denn die Lange Erde birgt unendliche Möglichkeiten – und unendliche Gefahren …

Die Lange Erde, der erste gemeinsame Roman von Scheibenwelt-Erfinder Terry Pratchett und dem gefeierten Science-Fiction-Autor Stephen Baxter, entführt den Hörer ans Ende der Welt – und weit darüber hinaus.


Gelesen wird das Buch von Jens Wawrczeck. Meiner Meinung nach einer der besten Sprecher unserer Zeit.  Ich kennen ihn vor allem von meinen heißgeliebten drei Fragezeichen, dort spricht er Peter Shaw -, aber wer auch die anderen Pratchett Werke als Hörbuch kennt wird wissen, dass er auch schon recht viele von ihnen schon gelesen hat.  Ich höre ihm total gerne zu und bin ja auch ein bekennender drei Fragezeichen Fan - also gar nicht vor eingenommen - . 

Geschichten von Terry Pratchett haben irgendwie immer ihren eigenen Stil und ich finde man muss ihnen immer viel Zeit einräumen. Beim Hörbuch braucht es sogar noch mehr Zeit. Wenn man mal eine Sekunde nicht aufpasst, dann kann das schnell in Verwirrung ausarten. Die Geschichte springt durch die Zeit, durch die Welten und natürlich durch die Perspektiven von recht vielen sehr unterschiedlichen Charakteren.
Kurz: Man verliert recht schnell den Faden. Ach quatsch, man verliert unglaublich schnell den Faden. Kennt man von Terry Prachett ist aber in Form eines Hörbuches auf Dauer manchmal echt anstrengend, weil man schnell noch einmal etwas nachlesen kann.
Es handelt sich also um ein Hörbuch für das man sich Zeit nehmen sollte und das ich nicht unbedingt zum Einschlafen empfehlen würde, sonst such man sich morgens einen Wolf :) Nimmt man sich dann aber diese Zeit lohnt es sich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ihr Zusammenspiel hat mir gut gefallen. Für mich wirkten sie unglaublich liebevoll und bis ins kleine Detail durchgeplant. Die Welt, die Geschichte und die Figuren, welche innerhalb der Geschichte geschaffen werden sind mit nichts vergleichbar und es gibt kaum etwas das voller so wahnwitziger Ideen strotzt wie dieses Werk. 

Die Geschichte ist rasant, verwirrend und trotzt voller Anspielungen auf die Fehler unserer Zeit. Ich finde sie sehr anspruchsvoll. Wie in jedem Werk steckt natürlich auch dieses wieder voll mit Gesellschaftskritiken, philosophischen und religiösen Fragen. Vergleichen mit der Scheibenwelt lässt es sich nur bedingt. Ich finde, dass in hier ein ernsterer Unterton mit schwingt als man ihn vielleicht von Pratchett gewöhnt ist. Aber das hat mich nicht gestört, schließlich ist es nun einmal kein Scheibenwelt Roman, auch nicht das erste Buch, welches ich von Pratchett fern ab der Scheibenwelt lese und man darf natürlich auch nicht vergessen: Es ist nicht nur von Pratchett. Von Stephen Baxter habe ich bisher noch gar kein Buch gelesen, aber ich denke das werde ich bald mal nachholen. Das Buch brachte mich zwar an einigen Stellen zum Lachen, aber es hinterlässt einen nachdenklichen Hörer. Nicht schlechtes ;) 




Von unserer Erde existieren plötzlich unzählige Kopien und was macht man als Mensch?! Man fällt wie Heuschreckenschwarm über all diese Welten her ;) Terry Pratchett muss man einfach lieben und für alle Fans ist das Hörbuch eindeutig ein Muss. 








Kommentare:

  1. Hi!

    Schöne Rezi, die sich weitgehend mit meinem Eindruck deckt. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte im Großen und Ganzen eher aus Baxters Feder stammt und Pratchett "nur" ein paar Charaktere (Lobsang!!!) beigesteuert hat. Aber wie das Buch genau entstanden ist, wird man wohl nie erfahren...

    LG,
    André
    Bibliothek von Imre

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    1. Hey Imre,

      wie lustig...ich fand Lobsang passt nur in die Scheibenwelt wegen dem Namen, aber hätte nicht gerade dein Eindruck erstammt aus der Feder von ihm :)

      Hast du Bücher von Baxter gelesen?

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Über Kommentare freue ich mich immer sehr =)
Grüße Denise